Home » Technik » Testbericht: WD My Cloud EX4 – NAS mit Personal Cloud Funktion

Testbericht: WD My Cloud EX4 – NAS mit Personal Cloud Funktion

Vor einigen Wochen hat Western Digital das neueste Produkt aus seiner My Cloud Serie vorgestellt. Das EX4 ist am oberen Ende der Leistungsskala angesiedelt und beherbergt bis zu 4 Festplatten mit jeweils bis zu 4 TB und ermöglicht damit ein ordentliches Speichervolumen.

Das My Cloud Konzept

Die My Cloud Serie von Western Digital (WD) basiert hardwaremäßig auf einem klassischen NAS, im Falle des EX4 mit bis zu vier Festplatten als RAID-System. Zur My Cloud wird das Ganze durch die integrierte Software und den Service auf einem zentralen Anmeldeserver von WD. Dazu wird für jeden Benutzer des Gerätes ein Account auf den Servern von WD angelegt, über den sich ein Nutzer authentifizieren kann. Der Server von WD vermittelt dann quasi zwischen dem stationären EX4 und dem mobilen Anwender.

Der externe Zugriff erfolgt über dedizierte Anwendungen, die für Windows-, sowie Mac-Systeme zur Verfügung stehen, als auch über unterschiedliche Apps für mobile Geräte mit Android- und iOS-System.

Die Hardware

Das My Cloud EX4 wird in vier verschiedenen Ausstattungen angeboten: als reines Leergehäuse, mit 4 x 2 TB, 4 x 3 TB und 4 x 4 TB Festplatten-Bestückung zum sofortigen Einsatz:

 

Zum Test stand uns ein Gerät mit 4 x 2 TB zur Verfügung. Das Gerät verfügt über zwei Gigabit-Ethernet-Anschlüsse zur Verbindung mit dem lokalen Netzwerk. Zwei USB 3.0 Ports stehen bereit für manuelle oder automatische Datensicherungen. Eine Besonderheit sind die zwei Anschlüsse für Netzteile. Das EX4 kann mit zwei Netzgeräten betrieben werden, um die Betriebssicherheit zu erhöhen. Im Lieferumfang befindet sich allerdings nur eines.

Die Festplatten werden über von Vorne leicht zugängliche Klappen eingebaut beziehungsweise gewechselt. Den Betriebszustand und andere Informationen zeigt ein gut ablesbares Display.

WD My Cloud EX4 Display
WD My Cloud EX4 Display

Das EX4 ist im Betrieb, obwohl dies als Netzwerk-Laufwerk nicht zwingend erforderlich ist, erfreulich leise und kann so problemlos in der Ecke eines Büros mit untergebracht werden. Angetrieben wird das Speichersystem von einem 2 GHz Prozessor, der auf 512 MB Speicher zurückgreifen kann.

WD My Cloud EX4 Open
WD My Cloud EX4 Open

Konfiguration

Zur Konfiguration des EX4 bietet WD für Windows und Mac mit „WD My Cloud EX4 Setup“ eine einfach zu bedienende Software an, mit der das Gerät in wenigen Mausklicks für den eigenen Bedarf eingerichtet ist, gleichzeitig wird ein Konto bei WD eingerichtet. Im Anschluss wird die Daten-Verwaltungssoftware „WD My Cloud“ installiert. Mit WD My Cloud hat man Zugriff auf das EX4 (oder auch auf mehrere Geräte aus der My Cloud Reihe) und kann damit seine Daten verwalten.

Die Konfiguration des EX4 erfolgt dagegen über ein Web-Frontend, das auf den ersten Blick aussieht, wie eine waschechte Tablet-App. Auf der Startseite findet man eine Übersicht der wichtigen Parameter: freie Plattenkapazität, Aktivitäten von Netzwerk und Prozessor, sowie Anzahl an Benutzern und angemeldeten Geräten.

Ein erster Weg sollte zum Menü „Speicher“ führen, um die Festplattenkonfiguration festzulegen. Das Test-System wurde bei uns im RAID 5 Modus geliefert, wir bevorzugen jedoch den RAID Modus 10. Dieser ist sowohl schnell, als auch ein Höchstmaß an Sicherheit bietet, freilich mit dem Manko, dass weniger Plattenplatz für Nutzdaten bleibt, als beim RAID 5 Modus, nämlich nur 4 TB gegenüber den ca. 6 TB im RAID 5 Modus.

Des Weiteren legt man über die Verwaltungsoberfläche neue Benutzer an, diesen kann jeweils ein Festplattenkontingent zugeordnet werden. Über „Freigaben“ verwaltet man die Verzeichnisse, die für alle Benutzer freigegeben sind, etwa Medien-Dateien für das Streaming. Einstellungen zum Netzwerk und Ähnlichem findet man im letzten Menü „Einstellungen“.

WD My Cloud EX4 Startseite
WD My Cloud EX4 Startseite

Klassische Nutzung

Das EX4 klinkt sich als klassisches NAS problemlos in Windows-, Mac- und Linux-Umgebungen ein. Über den Explorer beziehungsweise den Finder hat man direkten Zugriff auf die Freigaben und kann so seine Daten sichern oder das System als externe Festplatte nutzen. Wir haben die Geschwindigkeiten beim Up- und Download getestet und sind auf folgende Werte gekommen:

  • Upload eines Ordners mit ca. 10 GB Daten ~40 s
  • Upload einer Datei mit ca. 10 GB ~80 s
  • Download eines Ordners mit ca. 10 GB Daten ~20 s
  • Download einer Datei mit ca. 10 GB ~40 s

Es zeigt sich, dass trotz schneller Anbindung, die Datenraten hinter dem maximal möglichen deutlich zurück liegen. Dabei kommt es stark darauf an, wie viele Nutzer gleichzeitig auf die Daten zugreifen, ob im laufenden Betrieb merkliche Verzögerungen zu erwarten sind. Grundsätzlich sollte man im lokalen Netzwerk auf die Nutzung der My Cloud Anwendung verzichten, da diese zwar praktisch ist, den Datenverkehr aber noch einmal spürbar verlangsamt.

WD My Cloud EX4 App
WD My Cloud EX4 App

Cloud-Nutzung

Die My Cloud Familie von WD heißt nicht umsonst so, liegt ein Schwerpunkt doch auf der Nutzung des NAS über das Internet. Dazu dienen die weiter oben genannten Apps für den Desktop beziehungsweise mobile Geräte. Die mobilen Geräte müssen einmalig über einen Aktivierungscode mit dem System bekannt gemacht werden, bevor ein Zugriff erfolgen kann. Es stehen zwei Apps zur Verfügung: eine App zur Verwaltung von Daten und eine spezielle Foto-App, mit der sich Fotos besser und schöner betrachten lassen, als über den Dateimanager. Mit dem Smartphone oder Tablet fühlt sich der EX4 an, wie jeder x-beliebige Cloud-Dienst, nur das man deutlich mehr Speichervolumen zur Verfügung hat und vor allem seine wichtigsten Daten im Normalfall bereits darauf gespeichert hat.

WD My Cloud EX4 Fotos
WD My Cloud EX4 Fotos

Zusatznutzen

WD hat es bei der Konzeption nicht dabei belassen, Cloud-Dienste in das NAS zu integrieren, sondern bringt einige zusätzliche Features mit. An erster Stelle ist da sicher der Medienserver zu nennen. Das EX4 integriert sowohl einen DLNA-Medienserver, als auch einen iTunes-Server. Damit kann man im lokalen Netzwerk mit entsprechenden Hardware- und Software-Clients direkt auf Musik, Filme und Fotos zugreifen. Außerdem lassen sich per Mausklick sowohl Joomla, als auch WordPress installieren. Joomla kommt in einer recht aktuellen Version daher und lässt sich problemlos updaten, dagegen ist WordPress noch mit einer 2er Version an Bord und ein Upgrade schlägt fehl. Die Idee, mit WordPress einen internen Blog zu schaffen ist daher mit Vorsicht zu genießen. Weitere Server-Programme in der One-Click-Installation sind: phpmyadmin, phpBB, SqueezeCenter, IceCast und ein paar Andere.

WD My Cloud EX4 Anschlüsse
WD My Cloud EX4 Anschlüsse

Fazit: Top Features – mäßige Performance

Das WD My Cloud EX4 ist preislich, als auch von der Ausstattung her ein sehr interessantes Produkt. Was aber etwas stört ist die eher mäßige Datenübertragungsrate.  In kleineren Netzwerken stört dies sicher weniger, wer jedoch häufig große Dateien hin und her schiebt und das NAS mit einigen Rechnern teilt, kommt hier relativ schnell an die Grenzen der Hardware. Als normaler Anwender wird man den eingebauten DLNA- und iTunes-Server schätzen, als professioneller Anwender die jeweils doppelt ausgeführten Anschlüsse. Beide müssen selber entscheiden, ob ihnen der relativ günstige Preis wichtiger ist oder ob die eher mäßige Performance gegen einen Kauf spricht.

Vor einigen Wochen hat Western Digital das neueste Produkt aus seiner My Cloud Serie vorgestellt. Das EX4 ist am oberen Ende der Leistungsskala angesiedelt und beherbergt bis zu 4 Festplatten mit jeweils bis zu 4 TB und ermöglicht damit ein ordentliches Speichervolumen. Das My Cloud Konzept Die My Cloud Serie von Western Digital (WD) basiert hardwaremäßig auf einem klassischen NAS, im Falle des EX4 mit bis zu vier Festplatten als RAID-System. Zur My Cloud wird das Ganze durch die integrierte Software und den Service auf einem zentralen Anmeldeserver von WD. Dazu wird für jeden Benutzer des Gerätes ein Account auf…

Review Overview

Preis
Ausstattung
Geschwindigkeit
Bedienung

Gut

Guter NAS mit vielen Funktionen und mäßiger Performance

Nutzerbewertungen: 4.6 ( 1 votes)

Relevante Links

Ähnliche Artikel

S2G Heavy Metal

Test: S2G Heavy Metal – Bluetooth Lautsprecher mit FM Radio

S2G (Sound2Go) hat wie wieder einmal einen neuen Bluetooth Lautsprecher, nämlich den S2G Heavy Metal, …

Imperial bluTC2 Kopfhörer

Test: Imperial bluTC2 Bluetooth Kopfhörer

Heute haben wir einen High-End Bluetooth Kopfhörer aus Deutschland im Test. Der Imperial bluTC2 Bluetooth Kopfhörer/Headset von …

Kommentar verfassen