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Erfahrungbericht: QNAP TS-110 NAS-Server

Vor ca. vier Wochen wurde entschieden, dass ein neuer NAS-Server her muss, weil die alte Buffalo Linkstation ausgedient hat. Nach der Definition der Anforderungen und der Marktanalyse standen zwei Geräte zur Auswahl: Synology DS110j und QNAP TS-110.

Der Vergleich der technischen Daten der beiden Geräte ging zugunsten von QNAP TS-110 aus. Am gleichen Tag wurde der NAS-Server bestellt. Nun ist die QNAP-Box knappe vier Wochen im Betrieb und die ersten Erfahrungen werden in folgendem Artikel zusammengetragen.

Als erstens stellt sich die Frage, ob QNAP TS-110 die definierten Anforderungen erfüllt. Laut Vergleichstabelle aus dem Artikel „NAS-Server im Vergleich – Synology DS110j vs. QNAP TS-110„, dürfte alles kein Problem sein. Doch wie sieht es in der Praxis aus?

Kommen wir nun zu den einzelnen Aufgaben, die ein neuer NAS-Server erfüllen sollte:

Saug- /Download-Maschine

Es soll möglich sein, Dateien von unterschiedlichen Quellen herunterzuladen, wie z. B. BitTorrent, eMule, HTTP, FTP, Rapidshare und andere One-Click-Hoster.

Der NAS-Server kann sehr gut als eine Downloadmaschine eingesetzt werden. Der integrierte BitTorrent Client ist sehr komfortabel und lässt sich bequem über Remote (QGET) oder per Webinterface bedienen. Die Downloadgeschwindigkeit ist die gleiche, wie wenn man µTorrent auf dem PC am Laufen hat.

Über die Weboberfläche „Download Station“ lassen sich ebenfalls Premium Rapidshare-Downloads durchführen. Dazu klickt man auf „Neuen FTP/HTTP-Auftrag hinzufügen“, fügt den Rapidsharelink ein, trägt die Rapidshare-Zugangsdaten und klickt auf „OK“.

Der Download aus dem eMule-Netzwerk funktioniert nicht auf Anhieb. Dazu muss ein eMule-Client nachinstalliert werden. Die Installation von MLDonkey – Linux eMule Client – ist kein Problem und kann einfach über die QNAP-Weboberfläche gemacht werden. Dazu klickt man auf „Anwendungen“, „QPKG-Plug-ins“ und dann auf „QPKG abrufen“. Nun MLDonkey auswählen, installieren und aktivieren. Nun wird noch ein Remote-Interface benötigt, mit dem man MLDonkey bedienen kann. Auf folgender Webseite wird dies ausführlich erklärt: Installation und Setup von MLDonkey.

Der fehlende eMule-Client ist zwar nicht so schlimm, weil man ihn nachinstallieren kann, jedoch empfinde ich es als unschön und deswegen gibt es hier einen Stern weniger. Wertung Saug- / Download-Maschine – 4 Sterne.

DLNA

Der NAS muss einen DLNA-Server haben, damit Fotos, Musik und Filme auf einen DLNA fähigen Fernseher (z. B. Samsung LE32B650) gestreamt werden können.

TS-110 wird sofort vom Fernseher erkannt und die Verbindung wird ohne Probleme hergestellt. Dabei bekommt man Zugriff auf den Ordner „QMultimedia“. Das beutet, dass sich alle Medien (Musik, Videos, Fotos) in diesem Ordner befinden müssen. Es können auch Unterordner angelegt werden.

Das Abspielen von Musik und das Anzeigen von Fotos funktioniert einwandfrei. Das Abspielen von Videos hat jedoch ein paar Defizite. Die Zusatzfunktionen (Pause, Vorspulen oder Zurückspulen) funktioniert nicht mit allen Filmen beim Anschauen über den LE32B650 Fernseher. Beim Abspielen mit Windows Media Player funktioniert es ohne Probleme. Müsste somit am Fernseher liegen.

Christopher hat im Vergleichs-Artikel gefragt, ob beim Abspielen von MKV-Dateien der Ton wiedergegeben wird. Leider konnte ich keine von meinen 5 MKVs zum Laufen bringen. Weder am Fernseher noch am PC über Widows Media Player.

Somit gibt es für den DLNA-Betrieb ebenfalls keine 5, sondern nur 3,5 Sterne.

FTP-Server

Integrierter FTP-Server mit Benutzerverwaltung, um Daten mit Freunden bequem über das Internet tauschen zu können. Zudem soll SFTP möglich sein, damit die Datenübertagung verschlüsselt erfolgen kann.

Der integrierte FTP-Server funktioniert tadellos. Dieser kann ausreichen konfiguriert und es können Benutzer einfach verwaltet werden. Die Übertragungsgeschwindigkeit des FTP-Servers ist sehr gut.

Web-Server

Integrierter Webserver mit PHP und MySQL für die Entwicklung von Eigen- und Kunden-Projekten. Der Zugriff auf den Webserver sollte auch von außen möglich sein.

Der Web-Server lässt sich mit nur wenigen Klicks aktivieren. Anpassungen der php.ini können ebenfalls über das Webinterface gemacht werden, was sich als sehr praktisch erwies. Über DynDNS kann der Webserver auch von außen erreicht werden.

Die Performance lässt jedoch etwas zu wünschen übrig. Das Laden einer WordPress-Seite dauert bis zu drei Sekunden. Die gleiche Seite lädt in ca. 0,5 Sekunden von einem lokalen Webserver (XAMPP). Ein deutlicher Minuspunkt für den NAS-Server und somit bekommt er in dieser Rubrik nur 2,5 Sterne.

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4 Kommentare

  1. mkv einfach in avi umbenennen dann klappts aiuch mit den Samsung TV’s

  2. Ist es denn auch möglich einen Downloadanager wie JDownloader zu installieren? Ich weiß ja nicht in wie weit die integrierte Lösung eine Capcha-Erkennung hat und Router-Reconnects unterstützt sowie Plugins unterstützt.

    • Hi Hans,
      man kann JDownloader installieren. Im QNAP Forum existiert eine Anleitung ein eine heiße Diskussion 🙂
      Die integrierte Lösung ist nicht in der Lage Capchas zu erkennen oder Router-Reconnects durchzuführen.

  3. Gerd Taddicken

    Hallo Daniel! Als Laie kreisen gerade auch wieder die Gedanken um eigenen Speicher. Danke für die beiden Artikel = Kaufentscheidung und Bericht! / gerd

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