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LibreOffice – Alternative zu Microsoft Office 2010?

Ein Officepaket ist für die Arbeit mit dem PC unerlässlich. Doch muss es immer das teure Office-Paket des Marktführers Microsoft sein oder gibt es auch Alternativen? Seit Kurzem ist mit dem kostenlosen Programmpaket LibreOffice ein interessantes Konkurrenzprodukt auf dem Markt.

Das kostenlose Officepaket LibreOffice, aktuell in der Version 3.3, basiert auf dem schon länger etablierten OpenOffice, das sich schon seit Jahren einen guten Ruf als Office-Alternative machen konnte. OpenOffice wurde in der Vergangenheit von einem Team fest angestellter Programmierer der Firma Oracle entwickelt, die von Mitgliedern der Openoffice.org-Gemeinde tatkräftig unterstützt wurden. Eben diese unabhängigen Mitentwickler haben sich jüngst aus der Weiterentwicklung von OpenOffice herausgezogen, um ein alternatives Büropaket ohne den Hintergrund kommerzieller Interessen zu entwickeln.

Bei LibreOffice handelt es sich also um die vom Stammentwickler Oracle abgespaltene Weiterentwicklung von OpenOffice und basiert auch auf dessen Programmcode. Viele Funktionen und Bedienelemente sind Nutzern von OpenOffice daher bereits bekannt.

Funktionsumfang von LibreOffice 3.3

Wie schon der kostenpflichtige Mitbewerber von Microsoft bietet LibreOffice alle wichtigen Komponenten eines guten Büroprogramms. Mit „Writer“ ist eine mächtige Textverarbeitung enthalten, die neben einer integrierten Rechtschreibprüfung auch viele einfach zu bedienenden Assistenten zur Erstellung von Formularen, Serienbriefen oder Etiketten bietet. Für anspruchsvolle Anwender bieten Fremdhersteller zusätzliche Tools zur Erweiterung der Textverarbeitung an. Mit Writer erstellte Texte lassen sich natürlich auch in diversen Formaten abspeichern. Neben dem offenen Textformat ODF (OpenDocument-Format), das auch Microsoft neuerdings unterstützt, lassen sich die Texte in den Formaten von MS-Word (.doc), RTF oder PDF abspeichern. Ebenso steht ein Export in das HTML-Format zur Verfügung, um aus dem Text eine Internetseite zu erstellen.

Bei Calc handelt es sich um das Pendant zu Excel, also um eine Tabellenkalkulation. Dank des einsteigerfreundlichen Funktionsassistenten lassen sich auch von Neueinsteigern ansprechend gestaltete Tabellen erstellen. Diverse Formatvorlagen bieten großen Gestaltungsfreiraum, der Szenarien-Manager erlaubt „Was wäre wenn…“-Analysen. Bei der Weiterentwicklung von LibreOffice legen die Entwickler viel Wert auf die Tabellenkalkulation, dieser Programmteil soll in Zukunft beispielsweise noch schneller arbeiten.

Präsentationen erstellt man bei LibreOffice mit Impress. Wie auch beim Microsoft-Gegenpart lassen sich mit diesem Programm umfangreiche Präsentationen unter Einbindung von Fotos, Folien, Videos oder Audiodateien erstellen. Diese Präsentationen lassen sich auf Knopfdruck in das PDF-Format exportieren, um auch auf Rechnern ohne installiertes Office-Programm wiedergegeben werden zu können. Natürlich wird aber auch das Format von Microsofts Powerpoint unterstützt.

Draw ist im Paket für Zeichnungen und Skizzen zuständig und erstellt auch 3D-Objekte. Natürlich lassen sich damit erstellte Dateien auch komfortabel in Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder Präsentationsprogramm übernehmen. Mathematische Formeln erstellt man mit Math, um sie anschließend nahtlos in Text oder Präsentation einpflegen zu können.

LibreOffice beherrscht nicht nur das Speichern selbst erstellter Dateien in den Dateiformaten der Mitbewerber, es importiert auch entsprechende Dokumente. Es lassen sich sowohl MS-Office-Dateien importieren als auch Präsentationen, Datenbanken oder Tabellen. Besonders bei umfangreichen Dokumenten mit vielen aufwendigen Formatierungen ist es allerdings oft nötig, das Dokument nach zu bearbeiten.

Schlagabtausch: LibreOffice vs. Microsoft Office 2010

Auf den ersten Blick wirkt LibreOffice eher farblos, vergleicht man es mit Microsofts aktuellem Officepaket. Die seit einiger Zeit bei Microsoft zum Standard gehörende Bedienung mittels farbiger „Ribbons“ stößt allerdings nicht bei allen Nutzern auf Gegenliebe – wer lieber mit einer klassischen und gewohnten Bedienoberfläche arbeitet, findet sich bei LibreOffice schnell zurecht.

Der Funktionsumfang von LibreOffice 3.3 entspricht dem des kostenpflichtigen Konkurrenzproduktes aus dem Hause Microsoft. Eine umfangreich ausgestattete Textverarbeitung mit der Option, zusätzliche Zusatzprogramme einbinden zu können, ein mächtiges Textverarbeitungsprogramm, eine Präsentationssoftware – alle Programmpakete, wie sie auch Microsoft bietet. LibreOffice 3.3 arbeitet dabei auch mit großen Dokumenten stabil und zuverlässig. Einzig einige Menüpunkte verstecken sich an anderen Orten, wer sich ein wenig einarbeitet, wird damit aber gut zurechtkommen.

Besser als bei Microsoft ist der Dokumentenimport gelöst. Weist Office 2010 noch klare Schwächen beim Import von fremden Dateiformaten auf, öffnet LibreOffice 3.3 fast alle Dokumente, die der Markt hergibt. Besonders positiv fällt das Programm dabei auf, wenn es um beschädigte Dateien, zum Beispiel von nicht ordnungsgemäß gelagerten Disketten, geht. Praktisch: Es existiert eine portable Version von LibreOffice, die direkt von einem USB-Stick ohne zusätzliche Installation gestartet werden kann. Damit lässt sich das Programm von jedem Rechner aus nutzen, inklusive aller selbst vorgenommenen Einstellungen.

Fazit

Mit LibreOffice 3.3 hat das Team von The Document Foundation ein mächtiges Officepaket entwickelt. Der Funktionsumfang steht dem eines teuren Microsoft Office 2010 in keinem Punkt nach, die Programmstabilität bei umfangreichen Dokumenten ist teilweise sogar etwas besser. Wer ein umfangreich ausgestattetes Officepaket für den privaten Einsatz sucht, kann ohne Einschränkungen zu LibreOffice greifen – und dabei viel Geld sparen.

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4 Kommentare

  1. Ich benutze schon seit langem OpenOffice und werde dementsprechend in Zukunft dann wohl auf LibreOffice zurückgreifen. Dem Review kann ich soweit eigentlich nur zustimmen.
    Was ich mich aber frage ist, ob der neue Name wirklich so klug gewählt ist. Bei OpenOffice wusste wohl jeder sofort wie man das ausspricht und irgendwie klingt das sehr griffig. Bei LibreOffice kann ich mir gut vorstellen, dass es genug Leute gibt, die nicht wissen, wie man das eigentlich aussprechen soll und außerdem klingt es viel holpriger als OpenOffice. Ansonsten bin ich aber einigermaßen zufrieden mit dem Programm. Das einzige was ich mir wünschen würde, dass einige Sachen weniger kompliziert zu bedienen wären, z.B. finde ich es reichlich umständlich, bei OpenOffice/LibreOffice automatische Inhaltsverzeichnisse erstellen zu lassen.

  2. Hallo!
    Bisher habe ich das OpenOffice-Paket genutzt und war recht zufrieden damit. Seit der Übernahme durch Oracle schien mir das Programm-Paket träger zu werden.
    OpenOffice war die Alternative zum kommerziellen Paket von Microsoft. An Oracles mögliche Überlegungen, die Anwendung zu kommerzialisieren, scheint ja etwas dran zu sein. Nicht umsonst hat sich ein großes Entwicklerteam selbstständig gemacht. Darum ist auch jedem Anwender zu empfehlen, den Wechsel zu LibreOffice zu vollziehen. Letzteres schien mir in der aktuellen 3.3-Version auch schneller zu starten. Eine Eingewöhnung ist nicht notwendig.
    Wer Textanwendung, Tabellenkalkulation und eine kleine Präsentationsanwendung benötigt, der ist mit LibreOffice bestens bedient. Für 90 Prozent der Anwender lohnt sich die Geldausgabe für das Microsoft-Paket nicht, da maximal 10 Prozent der Möglichkeiten der Software genutzt werden.

  3. Tolle Alternative, hatte schon ne ganze Weile OO, bin jetzt auch auf Libre Office umgestiegen.

  4. Im Grunde gibt es, infolge der starken Verbreitung und dem mangelnden Interesse sich in neue Programme einzuarbeiten, keine Alternative zu Powerpoint.
    Dann wären da noch die Angst vor Kompatibilitätsproblemen und der Wunsch bis kurz vor Schluss noch etwas zu ändern.

    Wir brauchen kein neues Programm, sondern mehr Kreativität bei der Umsetzung.

    Don

    PS.: Powerpoint könnte schon etwas Keynote und PREZI vertragen.

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